Nachdenken über eine Reise

Vorab möchte ich mich bei allen bedanken, die mir diese Reise ins Baltikum mit der ARBUJAD ermöglicht haben. Insbesondere bedanke ich mich bei meiner Freundin Evi, die leider aus familiären Gründen nicht teilnehmen konnte, mir aber während dieser ganzen Zeit den Rücken freigehalten hat. Meine Nachbarn haben meine Katzen und die Fische gefüttert und meinen Garten gepflegt, meine Arbeitskollegen mußten die Arbeit neu verteilen und hatten eine höhere Arbeitsbelastung. Alle die mich kennen und mich in vielen Dingen tatkräftig unterstützt haben vielen, vielen Dank dafür.

Diese Reise mit der ARBUJAD hat mich kreuz und quer durch das Baltikum getrieben. Von Berlin über Swinemünde, Bornholm, Utklippan, Kalmar, durch Schwedens Schären (Örösund), Stockholm, Mälarenseen, Alandinseln, Helsinki, Lohusala, Ruhnu, Roja, Ventspils, Gotlands Ostküste, Ölands Ostküste, zurück über Utklipan, Bornholm, Swinemünde, Berlin. Das waren natürlich nur die wesentlichen Stationen. Mein Ziel habe ich nun erreicht. Den Menschen und das Schiff in meinem Zeitplan, sprich drei Monaten, unbeschadet in den Heimathafen, Berlin Großes Fenster zurückzubringen. Wie ihr sicherlich gelesen habt, gab es Probleme mit der Maschine. Die Ursache war, daß die Motoraufhängung den starken Vibrationen nicht standgehalten hat. Probleme mit der Welle und dem Getriebe (Schalthebel) waren die Folge. Jetzt ist alles doppelt und dreifach verschweißt und das Schiff zu einhundert Prozent seefähig.

Die ARBUJAD ist ein stabiles, verläßliches Schiff. Es kann sicherlich mehr ertragen als ich mir auf See zu erleben wünsche. Während der ganzen Reise habe ich versucht nie in Stürme hinein zu fahren. Lange Schläge habe ich versucht zu vermeiden natürlich bleibt es bei langen Überfahrten nicht aus, daß Mensch und Material an ihre Grenzen stoßen. Segeln auf See mit einem Folkeboot ist und bleibt „Camping auf See unter erschwerten Bedingungen“. Langeweile ist nie aufgekommen. Ein Folkeboot ist ein kleines seetüchtiges Schiff auf das man sich verlassen kann.

Rückblickend war die Entscheidung gerade diesen Kurs, das Baltikum im Uhrzeigersinn zu bereisen, die perfekte Entscheidung. Ein angenehmer Südwest- Wind trieb mich durch den Sund und durch die Schären. Es war auch im Juni, Juli, August angenehm warm. Man hatte Zeit sich ganz einfach nur von der Natur treiben zu lassen. Auf dem Rückweg von Helsinki (vorherrschende Windrichtung Südwest) mußte man oft auf einen guten Wind warten um wieder in Richtung Südwesten segeln zu können. Ich bin auch froh (kein Visa, keinen Reisepass) die russischen Küste ohne Probleme umschifft zu haben. Das nördliche Baltikum, mit seinen Felsen, Schären und Klippen, war abwechslungsreich und landschaftlich reizvoller.

Den Blog zu pflegen war manchmal nicht ganz unproblematisch. Die skandinavischen Länder haben alle Internet/w-lan,- leider funktionierte es aus den verschiedensten Gründen an manchen Orten nicht. Diese variierten von einer Europalette bis zum Fünf Sterne Hotel um meinen Blog zu pflegen. Ich tat es gerne, auch für mich.

Die Kommentare zu meinem Blog haben mir viel Freude bereitet. Ich möchte mich bei allen, die mich auf diesem Wege bei meiner Reise begleitet haben, bedanken.

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2 Antworten to “Nachdenken über eine Reise”

  1. Heinz Says:

    Auch das größte Abenteuer geht mal zu Ende. In deinem Fall glücklicherweise zum Guten. Von deinem Blog haben wir in jedem Fall profitiert. Die oft sehr schönen Bilder, gepart mit deinen Beschreibungen hinterließen oft ein „blaues Flimmern auf der Zunge“ wie es war und machen Lust auf meehr. (Haben wir auch gleich umgesetzt 30.9-6.10, Göteburg) Wenn man so viel Segelerfahrung hat wie du, kann man wohl mit Recht stolz auf die ARBUJAD sein. Halte sie also in Ehren und freu dich auf den nächsten größeren Törn. Dann vielleicht mit noch mehr interessierten Mitseglern ?? Ich würde jedenfalls wieder versuchen mitzusegeln und von deiner Erfahrung zu lernen.
    Bis dahin wenig stress und guten Wind… …Heinz

  2. tadorna Says:

    Moin Willi,

    Tadorna und ich sind seit gestern ebenfalls zurück in Berlin, auf den Tag genau 5 Monate und 5 Tage nach Auslaufen aus der Scharfen Lanke. Gute 3000 Meilen liegen hinter uns – und ich sehe gerade mit Blick auf Dein Blog, dass unsere beiden Folkes zwischenzeitlich nur wenige Seemeilen voneinander entfernt waren: Als Du mit Arbujad in Helsinki warst lag ich mit Tadorna in Tallin! Da hätten wir uns ja fast nebeneinander legen können…

    Bei mir gings dann weiter nach Sankt Petersburg und auf den Saimaa-See, dann zurück über die Aland-Inseln, mit noch einem kleinen Umweg an die Schlei um meine Familie zu besuchen.

    Schwimmt Arbujad noch? Vielleicht machen wir ja noch einen letzten gemeinsamen Herbstschlag 😉 !? Krantermin im ASV ist der 1. November…

    Bastian

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